Saxofon - Flöte - Oboe - Klarinette - Horn - Fagott

6. März 2016, 18 Uhr, KulturKehrsatz KulturKehrsatz

Mit teils wechselnder Besetzung gehört das Beaumont-Bläsersextett seit Jahren zum festen Bestand der Berner Musikszene. Obwohl Originalkompositionen für klassisches Bläser-Quintett mit Saxophon rar sind, erlaubt die Klangvielfalt dieser Kombination äusserst reizvolle Bearbeitungen aus den verschiedensten Bereichen der Konzertliteratur, von sinfonischen Werken bis zu Operarien. Borodins Polowetzertänze sind original für Chor und volles Sinfonieorchester. Von den "Bildern einer Ausstellung" hat Mussorgski selbst eine Fassung sowohl für grosses Orchester als auch für Klavier vierhändig geschrieben. Auch Milhauds Scaramouche für zwei Klaviere arrangierte der Komponist selbst für verschiedene Besetzungen, darunter diejenige für Saxophon und Bläserquintett. Gänzlich im Bereich der Oper bewegen wir uns bei Bearbeitungen von Rossinis Ouvertüren und Arien.

Hanspeter Mosimann, Saxophon/Klarinette

studierte am Konservatorium Bern, wo er mit dem Lehrdiplom für Klarinette und dem Höheren Studienausweis abgeschloss. Bei Prof. Ivan Roth in Basel erlangte er das Lehrdiplom für Saxophon. Seine rege Konzerttätigkeit in diversen Formationen führte ihn nach Italien, Deutschland, Österreich, Kanada und in die USA. Mosimann ist Klarinettist im Orchestre Symphonique Neuchâtelois und unterrichtet an den Musikschulen in Langnau und Langenthal.

nach oben

Jean-Luc Reichel, Flöte/Piccolo

studierte am Konservatorium Bern bei Heidi Indermühle. Weitere Studien führten ihn nach London zu Edward Beckett, Steven Preston und Mark Audus. Seit 1987 tritt er im Duo mit der Pianistin Joyce-Carolyn Bahner auf und ist Mitglied des "Berner Flötenquartetts". Reichel pflegt vielseitige Konzerttätigkeit mit verschiedenen Kammerensembles und ist Pädagoge auf vielen Ebenen.

nach oben

Martin Stöckli, Oboe

Studium in Bern bei Prof. Hans C. Elhorst und Meisterkurse bei Prof. G. Passin und J. Hollerbuhl. Bereits während dem Studium fasste Martin Stöckli im Raum Bern als Musiker wie auch als Musikschullehrer Fuss. Er ist erster Oboist im Berner Kammerorchester und konzertiert mit weiteren Orchestern (Bach Collegium Bern, OPUS Orchester, Sinfonietta Bern, Schweizer Kammerorchester, Festivalorchester Basel usw.) in der ganzen Schweiz, tritt gelegentlich auch als Solist und in verschiedenen Kammermusikformationen auf. Martin Stöckli unterrichtet an drei Musikschulen und leitet einen gemischten Kirchenchor.

nach oben

Patrick Bader, Klarinette

Seine Studien führten ihn u.a. nach Zürich und Paris, wo er mit dem "Premier Prix à l'unanimité avec les félicitations de jury" abschloss. Er ist erster Klarinettist im Orchestre Symphonique Neuchâtelois und im Burgdorfer Kammerorchester. Bader arbeitet als Musikschulleiter an der Musikschule Jegenstorf und setzt sich intensiv mit Musikmanagement auseinander.

nach oben

Peter Dimitrov, Horn

Begann seine Ausbildung in Bulgarien an der Musikakademie in Plovdiv. 2005 machte er sein Konzertdiplom an der Haute Ecole de Musique in Lausanne, bei Olivier Alvarez und Olivier Darbellay. 2005 - 2008 Fortbildungsstudium in Naturhorn bei Thomas Müller an der Schola Cantorum Basiliensis. 2011 schloss er mit dem Master of Arts BFH in Music Pedagogy in Bern ab. Dimitrov wirkte in vielen renommierten Ensembles mit, beispielsweise mit dem Zürcher Kammerorchester (ZKO), dem Orchestre de Chambre de Lausanne und spielt regelmäßig bei den Thuner Seespielen mit. Als Neu-Schweizer hat er das Alphorn als Instrument kennen und lieben gelernt und es wurde neben Fitness, Lesen und meiner Familie zu einem grossen Hobby.

nach oben

Lorenz Martin, Fagott

Seine Ausbildung als Fagottist erhielt er bei Ingo Becker, Manfred Sax und Urs Dengler. 2008 Orchesterdiploman der Hochschule der Künste Bern bei Lyndon Watts. Lorenz Martin ist Mitglied im Berner Kammerorchester und nimmt zahlreiche Verpflichtungen in anderen Orchestern wahr, wie in der Basel Sinfonietta oder in der Camerata Lysy. In der Saison 2004/2005 absolvierte er ein Orchesterpraktikum im Berner Symphonieorchester. Mit dem Ikarusquartett tritt er regemässig im In- und Ausland auf. Lorenz Martin ist promovierter Physiker und arbeitet an der Universität Bern sowie als Fagottlehrer.

nach oben

Hörbeispiele


Bernstein: America aus West Side Story
Mussorgski: Il vecchio castello aus Bilder einer Ausstellung
Milhaud: Brasileira aus Scaramouche
Rossini: Die Italienerin in Algier
Brahms: Ungarische Tänze Nr. 4
Borodin: Polowetzer Tänze

nach oben

Das Repertoire

Borodin: Polowetzer Tänze
Mussorgski: Bilder einer Ausstellung
Bernstein: West Side Story
Milhaud: Scaramouche
Rossini: Aria Nr. 6 Basilio, Di si felice innesto, Cavatina Nr. 2 Figaro, Ouvertüre zu Figaro's Hochzeit, Die Italienerin in Algier
Brahms: Ungarische Tänze Nr. 3, 4, 5
Khachaturyan: Der Säbeltanz
Eychenne: "Sextuor"
Binge: Romanze, Rondo

nach oben

Kritik 1. Nov. 2007

Auftakt zu den Kammermusikabenden

WOCHEN-ZEITUNG FÜR DAS EMMENTAL UND ENTLEBUCH 08.11.2007

LANGNAU: Die Oper der Musikinstrumente

Das Beaumont-Bläsersextett hat die diesjährige Konzertreihe der Kammermusik-Abende eröffnet. Es tat dies mit einer «Oper für Aerophone» in fünf Akten. Regie führte Hanspeter Mosimann. Matthias Kobel

In dieser Oper, die am vergangenen Donnerstag in der Aula der Langnauer Sekundarschule gespielt wurde, gab es eine Hauptdarstellerin, das Horn, fünf Hauptdarsteller, das Saxophon, die Flöte, die Oboe, die Klarinette, das Fagott und keine Nebendarsteller. Der erste Akt spielte am Hofe Fürst Igors, wo zu Alexander Borodins Musik wild getanzt wurde und nur einmal, im Andantino, das Tanzvolk mit glühenden Wangen der Oboe, gespielt von Matthias Sommer, auf die grosse Terrasse eilte, um mit der kalten Nachtluft die Stille und die Traurigkeit der russischen Unendlichkeit einzuatmen.

Unbekannte Gemälde, bekannte Musik
Der zweite Akt - in einer Bilderausstellung spielend, wobei die Gemälde weit weniger bekannt sind als die Musik von Modest Mussorgski - nahm die Handlung unerwartete Wendungen, als das Horn, gespielt von Jennifer Clark als Ochse Bydlo, unverhofft über die Promenade stampfte und unausgeschlüpfte Kücken ein Ballett aufführten und zu guter Letzt sich die beiden Juden Goldberg und Schmuyle auf dem Marktplatz von Limoges verloren.
Im dritten Akt verwandelt sich das Saxophon, gespielt von Hans Peter Mosimann, in den frechen Aufschneider Scaramouche, wickelt alle, auch das stramme Fagott, gespielt von Lorenz Martin, um den Finger und nur dank der noch frecheren Musik von Darius Milhaud verflogen die bösen Absichten und das wieder- vereinte Blasvolk brachte die Aulaluft bei der Brazileira zum Sambatanzen. Die Flöte, gespielt von Jean-Luc Reichel, verkleidet als Piccolo gab sich im vierten Akt lautstark, denn das turbulente Drunter und Drüber rund um den Barbier von Sevilla liess leise Töne untergehen und das Saxophon wandelte sich zur Klarinette. Kein Zweifel, hier hatte Gioacchino Rossini, Meister der Opera buffa, der verdrehten und verzwickten Handlungen, die Hand im Spiel.

Von Ungarn nach Algier
Auch der armen Italienerin ging es im fünften Akt nicht besser, von Johannes Brahms beflügelt und in die feurige Puszta geschickt, wo sie zwei ungarische Tänze lang herumwirbelte, fand sie sich unverhofft bei Rossini in Algier wieder und traf dort auf zwei Klarinetten, eine gespielt von Patrick Bader und eine von Hanspeter Mosimann, also eigentlich dem Saxophon, was sie ganz aus der Fassung und das Publikum in finale Begeisterung brachte. Die Hauptdarsteller liessen sich durch den herzhaften Applaus des mit viel Jugendlichkeit gemischten Publikums, zu einer Zugabe verleiten, die mit Aram Katchaturians Säbeltanz in schwindelerregender Eile die Handlung an ihren Ursprung zurückbrachte, in die Weite Russlands. Und das alles in der Aula von Langnau. Keine Bühne ist zu klein, eine ganz Welt zu sein.

Kritik als pdf

nach oben

nach oben